Bin ich wirklich eine Insel?

Hey, ihr Damen 40+: Wie sieht es bei Euch aus? Seit ihr mehr die Einzelgängerin oder mehr das Herdentier? Hat sich das im Laufe Eures Lebens vielleicht verändert? Wie haltet ihr es beim Arbeiten? Habt ihr lieber die “Tür auf oder zu”? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Tim-Figur von Tim und Struppi alleine in einem Schaufenster stehend

Will Freemann, Hauptperson in Nick Hornby’s About a Boy oder: Der Tag der toten Ente, tut sich schwer mit sozialen Beziehungen und hält sich selbst für eine Insel, genauer gesagt für Ibiza. Will hat sich eingerichtet in einem komfortablen, aber einsamen Leben, in dem er bis auf gelegentliche Sex-Partnerinnen niemanden braucht. Ein Einzelgänger eben.

“Ich bin gerne allein”. Was wir von Einzelgängerinnen lernen können – Brigitte Woman-Autorin Julia Karnick sieht viele Vorteile im Alleinsein. “Super, endlich spricht auch mal jemand über mich”, war mein erster Implus beim Überfliegen des Artikels. Aber bin ich wirklich eine Einzelgängerin oder bin ich einfach nur gern allein? Diese Frage beschäftigt ich mich seit Tagen und je länger ich mich mit ihr beschäftige, desto mehr komme ich zu dem Schluss: Ich bin keine lupenreine Einzelgängerin.

Im Spiel selbstvergessen versinken, aus Papier oder Stoff immer neue Gegenstände und Muster ausschneiden, das konnte ich schon als Kind und das bereitet mir mit knapp 50 noch größtes Vergnügen. Einen Roman buchstäblich verschlingen, das Telefon abstellen und die Haustürklingel ignorieren – dazu benötige ich nicht viel mehr als ein Sofa und einen guten Kaffee. Keinesfalls möchte ich dabei gestört werden! Diese kleinen Auszeiten oder Fluchten aus einem nur allzu fordernden und anspruchsvollen Leben gehören für mich zu einer ausgeglichenen Work-Life-Balance unverzichtbar dazu. So sehr ich auch Unternehmungen und Gespräche mit meinem Lebensgefährten schätze: An manchen Tagen möchte ich nur mir gehören, niemanden sprechen, niemanden sehen, mich auf meine Insel zurückziehen und gut is’.

Wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, dann sind diese Zustände aber nur deswegen so erstrebenswert, weil es auch den entsprechenden Gegenpart in meinem Leben gibt: Die ausgelassenen, angeregten oder auch ernsthaften Augenblicke mit anderen Menschen. Nie könnte ich, wie Heike Langenkamp das in ihrem Buch Aussteigerin aus Versehen + Geschichten aus dem Wald beschreibt, in selbst gewählter Isolation leben. Erst der Ausblick auf Gemeinschaft macht für mich das Alleinsein so attraktiv.

Wer, wie ich, einmal längere Zeit Single gewesen ist, weiß vermutlich, wovon ich spreche. So sehr ich Wochenenden ohne Termin, ohne Verabredung und ohne meinen Partner liebe: In dem Moment, wo es dazu keine Alternative gibt, kann die Zeit lang, die Einsamkeit greifbar werden. Ähnliches gilt für meine Arbeit. Ich genieße die Möglichkeit, als Freiberuflerin den Tag mehr oder weniger mit mir alleine zu verbringen, meine Arbeitszeit selbst einzuteilen sowie schnell und intuitiv Entscheidungen zu treffen. Aber ich liebe auch den Austausch mit Gleichgesinnten. Wie machen die das? Wie gehen die damit um? Wo können wir uns zusammentun und voneinander lernen? Solche Fragen treiben auch vermeintliche Einzelgängerin um.

Vergangenes Wochenende habe ich im Kreis von 122 fantastischen Frauen des TextTreffs verbracht, um genau über solche Dinge zu reden, zuzuhören und selbst den ein oder anderen Tipp zu geben. Es war mein erstes Workshop-Wochenende dieser Art und das beste, das ich bisher erlebt habe. Die Anregungen, die mir die drei Tage in Bad Honnef beschert haben, werden mich noch lange begleiten. Danke schön dafür! Bis zum nächsten Textinen-Treffen wechseln sich die Zeiten der quirligen Gemeinschaft und des luxuriösen Zusammenseins dann hoffentlich in einer guten Mischung miteinander ab.

#ttburg15 #3

KSI in Bad Honnef Innenansicht

Et woor schöön, et woor joot, ahm Engk e bessje ze koot.

Ach Mensch, wie schnell können eigentlich 60 Stunden vergehen? Wenn sie kurzweilig, anregend und unterhaltend sind, dann leider viel zu schnell. Moment mal, ich habe mich noch gar nicht mit allen #123fantastischenFrauen unterhalten, habe noch kein einziges PowerPoint-Karaoke mitgemacht … und überhaupt: Wenn ich morgens nicht immer so unausgeschlafen wäre, würde ich zu gerne meinen Körper und meinen Geist beim frühmorgendlichen Yoga in Fahrt bringen.

Immerhin, es blieb genügend Zeit für exzellent vorbereitete und inspirierende Workshops (vielen Dank an dieser Stelle dafür). Für einen umfangreichen Erfahrungsaustauch gepaart mit dem „Gott sei Dank geht das nicht nur mir so!“-Gefühl, für das Austauschen zahlreicher Tipps, Email-Adressen und Twitternamen, für sinnloses Geschnatter und Gekichere (ja, es ist eben ein –inen-TextTreff), für Komplimente, Verständnis, Aufmunterung und kostenloses Brainstorming … hach, wie gut, dass ich Euch alle kennen gelernt habe.

Wie sonst hätte ich Kontakt zu den Mitgliedern meines inneren Teams bekommen; gelernt, mein inneres Orchester besser zu dirigieren; automatisch zu schreiben; Geld nicht nur „ekelig zu finden“, sondern lieb zu haben oder mich getraut, einen Text mit der Axt zu ziselieren? Ganz zu schweigen von den unzähligen persönlichen Begegnungen, jede auf ihre Art eine nette Bereicherung.

Kurzum: Meine Befürchtungen von Tag 1 haben sich (natürlich!) nicht erfüllt, ich fühle mich gut aufgehoben und bin dankbar für jede Minute, die ich hier verbringen darf! Allen Texterinnen, die noch auf der Suche nach einem funktionierenden Netzwerk sind, kann ich den TextTreff daher nur ans Herz legen.

PS: Kleine Einblicke zum TextTreff gibt es übrigens auf twitter und instagram unter #ttburg15. Ich selbst habe auf VSCO ein kleines Grid mit Impressionen angelegt  VSCO Grid. Viel Spaß!

#ttburg15 #2

Bad Honnef idyllische Straßenszene

Wie war’s, Anke? hat Annette (Ruhrköpfe) zu meinen gestrigen Beitrag vom TextTreff in Bad Honnef gefragt. Nun, liebe Annette, es ist noch nicht vorbei! Ich bin, was ja eigentlich zu erwarten war, super aufgenommen worden und habe #123fantastischeFrauen kennen gelernt. Nebenbei tolle Anregungen für meinen Texterjob aufgesammelt und mich angeregt unterhalten – von SEO-Maßnahmen über half-linen-stitches bis hin zu angemessenen Texterhonoraren oder unangemessenen Müllabfuhrzeiten war eigentlich alles dabei.

Bisher war der kitschvictim-blog ausschließlich meinen persönlichen Vorlieben vorbehalten. Wieso also handhabe ich es mit dem TextTreff nun anders? Ganz einfach: Weil ich gehofft habe, aus den vielen, vielen Anregungen vielleicht auch ein paar Impulse für diesen Blog mit nach Hause nehmen zu können. Zwar wird dieses Medium von mir noch sehr gemocht, aber in letzter Zeit ganz schlecht behandelt. Dabei hatte ich bereits eine sehr schöne Idee zur Weiterentwicklung, doch die habe ich (bisher!) nicht verwirklichen können.

“Das Internet hinterlässt keine Nachhaltigkeit”, hat Lisa Ortgies vor einiger Zeit (sinngemäß!) in einem Stern-Interview zum Thema Feminismus gesagt. Vielleicht ist diese virtuelle Welt, in und mit der die meisten von uns tagtäglich leben, nun aber doch nicht so oberflächlich, wie sie an einigen Stellen vermuten lässt. Vielleicht lässt sich das WWW zumindest in einer nachhaltigen Weise nutzen? “Das Schöne am Internet ist, dass man irgendwann feststellt, wieviele tolle Menschen dahinter stecken”, meinte Susanne Ackstaller heute bei einem kleinen Plausch auf dem Gang. Ja, und wer weiß, vielleicht versteckt sich hinter diesen rudimentären Ansätzen ja auch die Konzeption für mein neues Blogprojekt? Auch das habe ich heute mitgenommen: Es ist nicht entscheidend, dass man direkt druckreif formuliert. Viel wichtiger ist es, überhaupt erst einmal zu schreiben. In diesem Sinne: Let it flow! Vor mir liegt ein weiterer spannender TextTreff-Tag.

 

#ttburg15 #1

Foto Bahnfahrt Verlassen des Dortmunder HBFs Dortmunder U

Himmelfahrtsdonnerstag – ich sitze im ICE von Dortmund nach Köln und lasse die herrliche, sattgrüne Ruhrlandschaft unbeachtet an mir vorüberziehen: Ich bin aufgeregt, und wie! Wie am ersten Schultag, wie beim ersten Daten, wie bei der Examensprüfung … kurzum: Das baldige Treffen mit etwa 100 anderen Frauen und Texterinnen macht mich nervös. Was werde ich erleben? Wen werde ich kennenlernen? Werde ich mich zurechtfinden? Und vor allem: Werde ich Anschluss finden? Ach, wie oft habe ich solche Situationen bereits erlebt und bin doch eigentlich im Anschluss nie enttäuscht worden. Das wünsche ich mir natürlich auch für das TextTreff-Workshop-Wochenende. Wird schon gut gehen, flüstere ich mir leise zu. Eine leichte Unruhe bleibt, und das ist vielleicht auch ganz gut so. Wir erreichen Hagen HBF und klappe ich klappe den Laptop zu.

Ein Blick zurück – #17.2015

Foto Konleuchter an einer Zimmerdecke

Eine nette Idee, der Blick zurück. Abgeguckt bei philuko.

Gesehen: Big Eyes, Tim Burton
Gehört: Brot und Rosen, Ruhrchor
Gelesen: Milch und Kohle, Rolf Rothmann
Gefreut: auf ein langes Wochenende
Gegessen: Wiener Schnitzel mit Spargel
Getrunken: Espresso Latte
Gemacht: eine Fahrradtour zur Zeche Zollern, Dortmund
Getan: DIY Cabochon-Ringe gebastelt (eine gute Anleitung mit tollen Fotos gibt es auf dem Blog von Bine Guellich – Was eigenes)
Gemocht: die Möglichkeit, Meisterwerke des Amsterdamer Rijksmuseums digital herunterzuladen
Gewünscht: Zeit und Muße, um wunderbare Bücher zu lesen
Gefunden: einen Luftballon eines “Luftballon-steigen-lassen”-Wettbewerbs
Gelernt: wie man Wolken in Adobe Illustrator erstellt
Geklickt: EMS Designblog

Ich wünsche Euch allen eine tolle Zeit. Genießt, was ihr tut!